Die Genesis Magma Racing Trajectory Programme-Fahrer Jamie Chadwick, Laurents Hörr und Valerio Rinicella rücken nach einer nachträglichen Strafe auf einen Podiumsplatz vor.
Das Fahrertrio des Genesis Magma Racing Trajectory Programme, Jamie Chadwick, Laurents Hörr und Valerio Rinicella, setzte seine konstante Saison in der European Le Mans Series (ELMS) fort und beendete die 4 Stunden von Spa-Francorchamps zunächst auf dem vierten Platz – genau jener Position, die das Trio bislang bei jedem Saisonlauf erreicht hatte. Nach einer nachträglichen Strafe gegen einen Konkurrenten rückten sie jedoch auf den dritten Platz vor.
Starke Performance auf eine Runde zeigt das Potenzial des Teams
Mit einer herausragenden Qualifying-Runde bestätigte Rinicella das Potenzial auf eine schnelle Einzelrunde, das das Team bereits während der beiden Freien Trainings gezeigt hatte. Das Ergebnis bedeutete die erste ELMS-Pole-Position für die Fahrer des Genesis Magma Racing Trajectory Programme. Zudem sicherte sich der Italiener die Marc van der Straten Pole Position Trophy, die zu Ehren der belgischen Motorsportlegende vergeben wird.
Jamie Chadwick übernahm wie gewohnt die Aufgabe, das von IDEC Sport eingesetzte Oreca 07 mit der Startnummer 18 ins Rennen zu führen. Nach einem starken Start erreichte sie die erste Kurve in La Source ungefährdet an der Spitze. Noch vor Ende der ersten Runde neutralisierte jedoch eine Safety-Car-Phase das Rennen – die erste von insgesamt fünf während ihres Stints.
Nach dem ersten Restart verlor Chadwick zwar die Führung, konnte den zweiten Platz jedoch bis zur Fahrzeugübergabe verteidigen, die zwölf Minuten vor Erreichen der Rennhalbzeit erfolgte.
Beim Boxenstopp verlor das Team anschließend Zeit und Positionen und fiel auf Rang fünf der LMP2-Klasse zurück. Das Auto musste zurückgeschoben werden, damit Hörr an einem GT-Fahrzeug aus der benachbarten Box vorbeifahren und die Box verlassen konnte.
Der ungewöhnlich lange erste Stint schränkte zudem die strategischen Möglichkeiten des Teams ein, die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Der weitere Rennverlauf wurde weitgehend durch die vorgeschriebenen Mindestfahrzeiten von Hörr und Rinicella bestimmt.
Beide Fahrer hielten das Team weiterhin im Kampf um einen Podiumsplatz. Hörr konnte sich während seines Stints zwischenzeitlich wieder auf eine Podiumsposition vorarbeiten. Rinicella gelang es in der letzten Rennstunde jedoch nicht mehr, diese Position zurückzuerobern. Damit lag das Team zunächst erneut unmittelbar hinter dem Podium auf Rang vier, konnte aber dennoch zahlreiche positive Erkenntnisse aus dem Wochenende mitnehmen.
Nach einer nachträglichen Strafe gegen den #10 Vector Sport wurden die Genesis Magma Racing Trajectory Programme-Fahrer Jamie Chadwick, Laurents Hörr und Valerio Rinicella jedoch auf den dritten Gesamtrang der 4 Stunden von Spa-Francorchamps hochgestuft.
Damit feierte das Trio sein erstes Podium der European Le Mans Series-Saison 2026 und krönte ein starkes Wochenende, an dem das Team zudem seine erste Pole-Position erzielte.
Das Team und die Fahrer liegen nun auf dem dritten Rang der Meisterschaft, 18 Punkte hinter der Spitze. Noch zwei Rennen stehen aus: Silverstone vom 11. bis 13. September und Portimão vom 8. bis 10. Oktober.
Stimmen nach dem Rennen – #18 IDEC Sport Oreca 07
Jamie Chadwick sagte:
„Es war verrückt, wie viele Safety-Car-Phasen es am Ende gab, besonders im zweiten Teil meines Stints. Insgesamt war es aber ganz gut. Das Auto vor uns war extrem schnell. Ich hatte nicht wirklich die Pace, um mit ihnen mitzuhalten, aber ich denke, mit Platz zwei an die Box zu kommen, war ziemlich gut.
Das Problem ist: Wenn man vorne mitkämpft, ist es sehr schwierig, Risiken einzugehen und bei strategischen Entscheidungen aggressiv zu sein. Leider hat uns das mit den ganzen Safety-Car-Phasen am Ende etwas geschadet. Strategisch lief es nicht zu unseren Gunsten, deshalb denke ich, dass Platz vier heute das Maximum war.
Es gibt aber vieles, worüber wir uns freuen können – darunter die erste Pole-Position für das Team und mein erster Start von der Pole in der ELMS, was wirklich cool war. Wir können sehr viel Positives mitnehmen, haben gleichzeitig aber auch einige Dinge, an denen wir arbeiten können.“
Laurents Hörr sagte:
„Die Zweikämpfe auf der Strecke waren wirklich hart, aber um ehrlich zu sein auch ziemlich sauber. Heute ging es für uns etwas auf und ab – ich habe eine Position verloren und wieder eine gewonnen.
Bei der Pace hatten wir ein wenig Schwierigkeiten. Uns hat einfach eine Kleinigkeit gefehlt, die uns daran gehindert hat, weiter nach vorne zu kommen.
Während Jamies Stint stand ich ungefähr eine Stunde lang mit Helm bereit in der Boxengasse, aber das war bei allen Autos ähnlich. Wir haben dadurch nichts verloren und es hat uns etwas Flexibilität gegeben, die wir vielleicht noch stärker hätten nutzen können.
Wir waren so nah am Podium und haben gesehen, dass wir hier bei einem Boxenstopp oder dort bei einem anderen vielleicht fünf oder acht Sekunden hätten gewinnen oder eine andere Strategie hätten ausprobieren können.
Mit der Gesamtleistung und dem Ergebnis müssen wir zufrieden sein. Jetzt werden wir sehen, wo wir in Silverstone von der Pace her stehen.“
Valerio Rinicella sagte:
„Ich würde sagen, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, gleichzeitig bin ich aber auch etwas enttäuscht, weil ich erwartet hatte, im zweiten Teil meines Stints etwas schneller zu sein.
Ich denke, dass sich die Kraftstoffmenge möglicherweise zu stark auf das Auto ausgewirkt hat. Schon in den ersten Runden hatte ich das Gefühl, dass mir die Reifen nicht alles gegeben haben, deshalb habe ich einfach versucht, sie zu managen.
Der Anfang war okay – es gab nur sehr viel Verkehr. Aber es sind weitere Punkte für die Meisterschaft, darüber sind wir natürlich froh. Insgesamt hatten wir jedoch etwas mehr Pace erwartet.
Es ist schwierig vorherzusagen, was man machen kann oder wo genau man sich verbessern kann. Wir haben gezeigt, dass wir ein schnelles Auto haben. Jetzt müssen wir vielleicht stärker an den Longruns arbeiten und schauen, wie wir den Reifenabbau und den Verkehr besser managen können.
Insgesamt können wir aber stolz auf das sein, was wir bisher erreicht haben. Das Team ist zufrieden, wir sind zufrieden – und jetzt kämpfen wir in Silverstone weiter.“
Genesis Magma Racing Sporting Director Gabriele Tarquini sagte:
Der vierte Platz ist trotzdem ein sehr gutes Ergebnis, besonders weil wir sehen können, welche Fortschritte die Fahrer machen. Wir wissen, dass sie und das Team beim nächsten Rennen weiter alles geben werden.“
„Das große Positive des Wochenendes ist die Pace, die unsere Trajectory-Programme-Fahrer in den Trainings und im Qualifying gezeigt haben.
Valerios Leistung im Qualifying hat gezeigt, wie viel Erfahrung er im Verlauf der Saison gesammelt hat und wie schnell er auf einer einzelnen Runde ist – trotz seiner noch sehr begrenzten Erfahrung in dieser Fahrzeugklasse. Gleichzeitig hat sie gezeigt, wie stark das Team an diesem Wochenende im Qualifying war.
Leider verlief das Rennen nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten, obwohl alle drei Fahrer individuell gute Leistungen gezeigt haben.
Durch den langsamen Boxenstopp verloren wir Zeit und Positionen, die anschließend nur sehr schwer wieder aufzuholen waren. Gleichzeitig verlief die zweite Rennhälfte deutlich ruhiger als die erste und es gab nicht mehr die gleiche Anzahl an Safety-Car-Phasen.

